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Employee Self Service (ESS)

Mitarbeitende erledigen Routineaufgaben rund um Arbeitszeit und Abwesenheit selbst, statt sie über die Personalabteilung laufen zu lassen. Was dahintersteckt, wo die Grenzen liegen und worauf es bei der Einführung ankommt.

Was ist Employee Self Service?

Employee Self Service (ESS) bezeichnet ein geschütztes Mitarbeiterportal, über das Beschäftigte personalbezogene Routineaufgaben eigenständig erledigen — je nach System etwa Arbeitszeiten und Abwesenheiten verwalten, Anträge stellen oder Personaldaten und Dokumente einsehen. Freigaben laufen über digitale Genehmigungsprozesse an Vertretung und Vorgesetzte. Ziel ist weniger administrativer Aufwand — und vor allem eine einzige verlässliche Datenbasis statt Zetteln, Mails und Rückfragen.

Funktionsumfang

Welche Funktionen umfasst ein Employee Self Service?

Der Funktionsumfang unterscheidet sich je nach System erheblich — von reinen Abwesenheitsportalen bis zu vollständigen HR-Suiten. Den Kern in der Zeitwirtschaft bilden diese sechs Bausteine; der WebService der Time 3010 deckt sie ab:

Zeitkonto und Saldo

Gleitzeitstand, geleistete Stunden und Resturlaub sind jederzeit einsehbar. Rückfragen in der Personalverwaltung entfallen, weil alle Beteiligten dieselbe Zahl sehen.

Urlaub und Fehlzeiten beantragen

Urlaubsanträge werden digital gestellt, von Vertretern bestätigt und von Vorgesetzten freigegeben. Der Vorgang ist nachvollziehbar dokumentiert statt in einem Mailverlauf verstreut.

Korrekturbuchungen

Eine vergessene Kommt- oder Geht-Buchung meldet der Mitarbeitende selbst zur Korrektur. Die Freigabe erfolgt dort, wo sie beurteilt werden kann.

Dienstreise und Sonderurlaub

Auch Anträge außerhalb des regulären Urlaubs lassen sich abbilden, mit eigenen Feldern, angehängten Dokumenten und eigenem Genehmigungsweg.

Jahreskalender und Monatsjournal

Der Jahreskalender zeigt alle Fehlzeiten im Überblick, das Monatsjournal die Zeiten eines Monats im Detail.

Schichtplan einsehen

Wo im Schichtbetrieb geplant wird, sehen Mitarbeitende ihren eigenen Dienstplan. In Produktion, Reinigung und Sicherheitsgewerbe ist das die am häufigsten gestellte Frage überhaupt.

Rollen und Sichtbarkeit

Employee Self Service oder Manager Self Service?

Employee Self Service (ESS)

Der Blick auf die eigenen Daten. Mitarbeitende sehen ihr Zeitkonto, ihre Abwesenheiten und den Status ihrer Anträge — und nichts darüber hinaus.

Manager Self Service (MSS)

Der Blick auf das Team. Führungskräfte geben Anträge frei und sehen Fehlzeitlisten, Gleitzeitübersichten und Personallisten als Grundlage für Planung und Mindestbesetzung.

Wer was sieht, ist eine Konfigurationsfrage — und sie entscheidet über die Akzeptanz. In der Time 3010 zeigt die Anwesenheitsanzeige für Kollegen nur den Status: anwesend, Pause, Dienstgang, mobile Arbeit. Wer fehlt, erscheint ohne Grund; ob Krankheit, Schulung oder Urlaub dahintersteckt, ist für die Belegschaft nicht erkennbar. Den Abwesenheitsgrund sieht nur die Führungskraft im Manager Self Service, und auch dort in der Regel begrenzt auf das eigene Team. Warum jemand im Vertrieb fehlt, geht die Produktion nichts an.

Einordnung

HR-Suite oder Zeitwirtschaft: wo die Grenze verläuft

Self-Service-Portale kommen aus zwei Richtungen, und das entscheidet über den Funktionsumfang. HR-Suiten decken typischerweise Stammdatenpflege durch Mitarbeitende, Entgeltdokumente, Bescheinigungen, Reisekostenabrechnung und Weiterbildung ab. Portale aus der Zeitwirtschaft setzen den Schwerpunkt auf Arbeitszeit, Abwesenheiten und das Antragswesen — dort sitzen die Daten, die täglich entstehen.

Der WebService der Time 3010 gehört in die zweite Kategorie. Nicht enthalten sind:

  • Reisekostenabrechnung — Anträge ja, Belege und Pauschalen nein.
  • Entgeltdokumente — Gehaltsabrechnungen gehören in die Lohnbuchhaltung; die Zeitwirtschaft liefert dorthin die Schnittstelle.
  • Stammdatenpflege durch Mitarbeitende — Adress- und Bankverbindungsänderungen laufen über die Personalabteilung.
  • Anträge am Zeiterfassungsterminal — Saldo und Resturlaub sind dort abrufbar, Anträge nicht.

Zugang ohne Schreibtisch

Wie erreichen Mitarbeitende ohne PC-Arbeitsplatz das Self-Service-Portal?

Die meisten Beschreibungen setzen einen Büroarbeitsplatz mit Firmen-Mailadresse voraus. In Produktion, Reinigung und Sicherheitsgewerbe trifft das auf einen großen Teil der Belegschaft nicht zu. Für den Zugang zum WebService genügen Benutzername und Passwort — ein eigenes Mailkonto ist nicht erforderlich.

Terminal-PC im Betrieb

Im Pausenraum oder in der Halle aufgestellte Rechner, häufig mit Single Sign-on über LDAP. Damit stellen Mitarbeitende ohne eigenen Arbeitsplatz ihre Anträge und prüfen ihre Zeiten.

Browser auf beliebigem Gerät

Das Portal läuft im Webbrowser. In der Cloud-Variante ist der Zugriff ortsunabhängig möglich; beim Betrieb im eigenen Rechenzentrum entscheidet die Netzwerkfreigabe des Unternehmens.

Zeiterfassungsterminal

Am Zeiterfassungsterminal der Time 3010 lassen sich Saldo, Resturlaub und weitere Werte abfragen. Anträge sind dort nicht vorgesehen — dafür braucht es einen der beiden anderen Wege.

Recht und Mitbestimmung

Datenschutz, Betriebsrat und Mitbestimmung

Ein Self-Service-Portal verarbeitet personenbezogene Daten und unterliegt damit der Mitbestimmung. In der Praxis verläuft die Abstimmung beim ESS meist unspektakulär: Die Daten, die Mitarbeitende über sich selbst sehen, sind ihre eigenen, und die Sichtbarkeit gegenüber Kollegen lässt sich eng ziehen. Deutlich intensiver diskutiert werden erfahrungsgemäß Bewegungsprofile aus der Zutrittskontrolle — dort entstehen Daten ohne aktives Zutun der Beschäftigten.

Ob Mitarbeitende sich im Portal selbst krankmelden können oder die Personalabteilung die Fehlzeit erfasst, ist in der Time 3010 konfigurierbar. Beide Wege haben Folgen für Prozess und Datenqualität. Das klären wir im Projekt gemeinsam.

Aus der Projektpraxis

Employee Self Service einführen: worauf es wirklich ankommt

Der technische Teil ist selten das Problem. Ein Self-Service-Zugang ohne Antragswesen ist an einem Tag eingerichtet. Aufwendig wird der Workflow — und zwar aus einem organisatorischen Grund.

Der bisherige Papier- oder Mailprozess ist in den meisten Unternehmen nie hart festgeschrieben worden; es passt schon irgendwie. Sobald der Genehmigungsweg konfiguriert wird, muss zum ersten Mal entschieden werden, wer welche Information tatsächlich braucht. Und das je Antragsart getrennt:

  • Eine vergessene Buchung klärt der direkte Vorgesetzte. Die Personalabteilung kann ohnehin nicht beurteilen, ob jemand um acht Uhr vor Ort war. Manche Unternehmen ergänzen eine reine Infomeldung an HR, ohne Freigaberecht.
  • Urlaubsanträge laufen häufig mehrstufig, mit Vertreterregelung.
  • Sonderurlaub geht in der Regel zuerst an die Personalabteilung — ein völlig anderer Weg als beim regulären Urlaub.
  • Freizeitausgleich wieder anders, weil Überstundenabbau in vielen Unternehmen separat gesteuert wird.

Technisch sind bis zu fünf Freigabestufen möglich. In der Praxis werden sie kaum ausgereizt; Kunden ziehen ihre Workflows später eher flacher, damit keine unnötige Arbeit entsteht. Planen Sie für die Einrichtung zwei bis vier halbtägige Termine über einen längeren Zeitraum ein: konfigurieren, im Alltag erproben, nachschärfen.

Time 3010 Benutzeroberflächen in einem Bild: Webclient, Webterminal und Buchungsapp

In der Praxis

Self-Service in der Praxis: der WebService der Time 3010

AZS entwickelt seit über 35 Jahren Lösungen für Zeitwirtschaft und Zutrittskontrolle. Der WebService ist das Mitarbeiterportal der Zeiterfassungssoftware Time 3010 — mit WebTerminal für die Zeitbuchung, digitalem Antragswesen und Auswertungen für Führungskräfte. Über 95 Prozent unserer Zeiterfassungskunden setzen ihn ein; dahinter stehen mehrere zehntausend Beschäftigte in Deutschland.

Krankmeldung und elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Die eAU wird bei der Krankenkasse abgerufen, sobald im System hinterlegt ist, dass jemand an diesem Tag fehlt. Ohne diese Information läuft die Abfrage ins Leere und die Kasse meldet einen Fehler zurück. Ist die Fehlzeit erfasst, muss der Mitarbeitende nichts weiter tun: Der Abruf läuft im Hintergrund, und sobald die Bescheinigung vorliegt, stellt das System die Fehlzeit automatisch auf bestätigte Krankheit um.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Employee Self Service

Was ist der Unterschied zwischen ESS und MSS?

Der Employee Self Service richtet sich an alle Beschäftigten und zeigt die eigenen Daten. Der Manager Self Service ergänzt Funktionen für Führungskräfte: Anträge freigeben sowie Fehlzeit-, Gleitzeit- und Personallisten des eigenen Teams einsehen. Beides läuft im selben Portal, unterschieden wird über Rollen und Berechtigungen. In der Time 3010 laufen beide im selben Portal; andere Anbieter trennen die Anwendungen.

Braucht jeder Mitarbeitende eine eigene E-Mail-Adresse?

Das hängt vom System ab. Beim WebService der Time 3010 genügen Benutzername und Passwort. Wo ein Verzeichnisdienst vorhanden ist, lässt sich der Zugang per LDAP anbinden. Beschäftigte ohne eigenen Arbeitsplatz nutzen häufig gemeinsame Terminal-PCs im Betrieb.

Lohnt sich Employee Self Service auch für kleinere Unternehmen?

Der Nutzen hängt weniger an der Mitarbeiterzahl als an der Zahl der Anträge und Rückfragen. Schon bei wenigen Dutzend Beschäftigten summieren sich Urlaubszettel, Korrekturmeldungen und Saldo-Nachfragen. Aufwendig wird es erst, wenn viele unterschiedliche Genehmigungswege abgebildet werden sollen.

Welche Nachteile kann ein Employee Self Service haben?

Zwei kommen regelmäßig vor. Erstens verlagert sich Aufwand von der Personalabteilung zu den Führungskräften, die nun freigeben müssen. Zweitens legt ein digitaler Workflow Unschärfen im bisherigen Prozess offen — das ist unbequem, aber im Ergebnis ein Gewinn.

Beratung

Sie überlegen, Self-Service einzuführen?

Sagen Sie uns, wie Ihre Anträge heute laufen. Wir sagen Ihnen, was sich davon abbilden lässt und was nicht — ohne vorgefertigte Präsentation.

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